Haus G

Im Gespräch mit dem Architekten Michael Gehrmann

 

Ein schönes Beispiel für das Zusammenspiel von Architektur und Lichtgestaltung ist das Haus G des Architekten Michael Gehrmann in Stuttgart. Aus unserer Sicht ein sehr gelungenes Projekt, da die Komponente Licht den architektonischen Entwurf in seiner Formsprache im Innen- und Außenbereich wesentlich unterstützt und zur Geltung bringt. Diesbezüglich möchten wir den Architekten in einem 11-Sätze-Statement selbst zu Wort kommen lassen...

 

 

Das Haus wird im Erdgeschoss über einen Eingangsbereich mit Garderobe und Nebenräumen betreten. Nach dem Aufschieben eines raumhohen Paneels erlebt man das Haus mit dem offenen Grundriss in seiner vollen Länge und Breite. Über die Glasbrüstung blickt man ins Gartengeschoss mit raumhoher Verglasung als Bühne zum Garten, Terrasse und Wasserbecken. Das Wohnzimmer im Gartengeschoss ist dank Hanglage und Splitlevel-Planung eineinhalbgeschossig und 4m hoch. Das Obergeschoss wird durch einen Treppenraum mit Dachverglasung erschlossen und bietet genügend Rückzugsmöglichkeit durch eine klassische Zimmeranordnung. Oberlichter und Lichtbänder sorgen zusätzlich für Helligkeit und tauchen das Innere je nach Tages- und Jahreszeit in stets wechselnde Stimmungen. Das Interieur verrät eine Liebe zum Detail, da alle Möbeleinbauten von Anfang an integraler Bestandteil der Gesamtarchitektur sind. Neben- und Funktionsräume verschwinden hinter Verkleidungen; Möbel werden Raum bildend realisiert.

Das Lichtkonzept setzt sich aus Grundbeleuchtung, Tageslichtbeleuchtung (Beleuchtung, die sich Tageslicht zum Vorbild nimmt) und akzentuierter Beleuchtung zusammen. Die Lichtquellen erzeugen jeweils unterschiedliche Lichtstimmungen und Atmosphären. Die Reduktion auf wenige Farben und Materialien unterstreicht nicht zuletzt den harmonischen Gesamteindruck.

Michael Gehrmann

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